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SIE HABEN ES/IHN GESCHAFFT; DER WULFF und die MEDIEN:
Letztlich hat er gatan, was er tun musste. Der Bundespräsident trat zurück. Richtig! Vielleicht wäre früher besser gewesen, richtiger. Die Ermittlungen der Justiz werden bei der Suche nach der Antwort auf diese Frage helfen.

Blick zurück, auf die Reaktionen von Menschen in Potsdam nach der Wulff-Nominierung zur Wahl des Präsidenten 2010.


Den Kampf für Karl Theodor zu Guttenberg hat Bild verloren.
Den Kampf gegen Christian Wulff hat Bild gewonnen.
Joachim Gauck ist der Kandidat der Parteien CDU, CSU, Die Grünen, FDP und SPD,
für die Wahl des Bundespräsidenten.


Zur Nominierung von Joachim Gauck ist heute, Montag, 20. Februar, in Bild und Bild online zu lesen:


Kommentar von Springer Vorstandschef Döpfner:
    www.bild.de
"Es ist ein frischer Wind, der durch die Politik weht. Die steht plötzlich über der Taktik....."

"Das dramatische Protokoll":
      www.bild.de
"FDP-Führung....: Wir können nur einen Akzent setzen, wenn wir zu Gauck stehen.
Sonst werden wir von SPD und CDU bei der Kandidatenauswahl untergepflügt".....

Weiter . . . . . . .

Kommentar Döpfner:

"Und die Kanzlerin erkennt: Souveränität ist die schönste Form der Macht....."

"Das dramatische Protokoll":

"Die Kanzlerin knickt vor dem kleinen Koalitionspartner ein....."

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Für die Bild ist das "Phänomen Gauck" inzwischen "der neue Vater der Nation" und kritikfreie Zone:   www.bild.de 

Die Welt lässt einen Blick auf kritische Stimmen zu:
www.welt.de

Die Sueddeutsche Zeitung zitiert "umstrittene Gauck-Äußerungen" und interpretiert aus ihrer Sicht:  www.sueddeutsche.de

Auch der Spiegel ist so frei und lässt Kritik zu: 
www.spiegel.de
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Die Pervertierung der Idee des (politischen) Journalismus:
face

Mathias Döpfner, Springer-Vorstandschef und "Aufzug-Führer":
"Wer mit der Bild im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten."

An seinen Seiten: Vier aktuelle Fahrgäste.


Foto Döpfner: Axel Springer AG,   Fotos Oppermann, Steinmeier, Gabriel, Nahles: SPD.

Battis

Prof. (em.) Dr. Dr. hc. Ulrich Battis, Staats- und Verwaltungsrechtler:
"Diesen Satz halte ich für eine maßlose Selbstüberschätzung und Selbsterhöhung der Presse."

www.inforadio.de

Foto: Humbold Universität
Schmid

Thomas Schmid, Herausgeber der WELT Gruppe:


"So hart das angesichts des persönlichen Dramas von Christian Wulff auch klingen mag - an seinem Scheitern als Bundespräsident ist vor allem er selbst schuld. ...... ...... Wehe aber dem Aufklärer, der vergisst, daß er auch ein Sünder ist."

www.welt.de

Foto: Die Welt

Presserat und Bild  in wikipedia.de

 

Die vom Deutschen Presserat gerügten Printmedien seit 1986
KLICKEN SIE AUF DIE GRAFIK!

Der Bild-Redaktion werden nicht selten die vorschnelle Verurteilung von Verdächtigen, die Missachtung von Persönlichkeitsrechten und mangelnde Beachtung der journalistischen Sorgfaltspflicht nachgewiesen. Berichterstattung dieser Form verstößt gegen den Pressekodex des Deutschen Presserats, zu dessen Einhaltung sich Verlag und Redaktion selbst verpflichten. Der Springer-Verlag formulierte im August 2003 eigene journalistische Leitlinien, die das Verständnis der publizistischen Grundsätze des Pressekodex konkretisieren sollen.

Bis zum Jahr 1986 gab es keine verbindlichen Richtlinien zum Abdruck von Rügen durch den Presserat. Zwischen 1977 und 1986 weigerte sich die Bild-Zeitung in einigen Fällen, Rügen und Stellungnahmen des Deutschen Presserates abzudrucken. Als 1981 der Express den Abdruck einer Rüge verweigerte, stellte der Presserat seine Arbeit ein, bis 1985 die Verlage eine Selbstverpflichtung zum Abdruck der Rügen abgaben, der sich auch die Bild-Zeitung anschloss.

Seit Beginn der Statistik im Jahr 1986 ist die Bild-Zeitung die am meisten gerügte Zeitung mit 109 Rügen.

Im Juni 2008 missbilligte der Presserat erneut Berichte der Bild. In einem Fall sei die gesamte Berichterstattung „unangemessen sensationell“ dargestellt gewesen, das Opfer wurde durch die Schreibweise „zum Objekt, zu einem bloßen Mittel herabgewürdigt“ worden und es sei über einen „körperlich oder seelisch leidenden Menschen in einer über das öffentliche Interesse und das Informationsinteresse der Leser hinausreichenden Art und Weise“ veröffentlicht worden. Der Presserat missbilligte die Verstöße gegen Ziffer 11 (Sensationsberichterstattung) des Pressekodex. Des Weiteren missbilligte der Presserat das Interview im Fall von Marco Weiss und erkannte eine Verletzung von Richtlinie 13.3. (Straftaten Jugendlicher) sowie einen Verstoß gegen Ziffer 4 (Grenzen der Recherche) des Pressekodex. Eine Missbilligung durch den Presserat ist für die missbilligte Zeitung folgenlos. Als Verstoß gegen die Menschenwürde und unangemessen sensationell rügte der Presserat 2009 die Zeitung wegen ihrer Berichterstattung über den Tod des amerikanischen Popstars Michael Jackson. Eine Rüge sprach der Presserat auch gegenüber dem Online-Portal Bild.de aus.

Der Presserat empfiehlt, öffentliche Rügen „als Ausdruck fairer Berichterstattung“ abzudrucken.

www.wikipedia.de

Bild-Chefredakteur Kai Diekmann in www.wikipedia.de

Klagen 

die tageszeitung 

Genosse Kai Diekmann auf der taz-Generalversammlung (2009)

Diekmann klagte gegen die tageszeitung (taz), als taz-Autor Gerhard Henschel am 8. Mai 2002 auf der Satire-Seite Die Wahrheit als Parodie auf die Berichterstattung in der Bild behauptete, Diekmann habe sich in Miami seinen Penis mit Leichenteilen vergeblich operativ verlängern lassen wollen. Diekmann verklagte die taz daraufhin auf Unterlassung sowie 30.000 Euro Schmerzensgeld wegen unzulässigen Eingriffs in seine Persönlichkeitsrechte, Verleumdung und Beleidigung. Das Berliner Landgericht verfügte zwar eine Unterlassung, verneinte jedoch einen Anspruch auf Schadensersatz, da Diekmann als Chefredakteur der Bild „bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung Anderer sucht“ und daher „weniger schwer durch die Verletzung seines eigenen Persönlichkeitsrechtes belastet wird“. Er müsse „davon ausgehen, dass diejenigen Maßstäbe, die er anderen gegenüber anlegt, auch für ihn selbst von Belang sind“. Einer Berufung dagegen wurde vom Kammergericht keine Aussicht auf Erfolg gegeben, beide Seiten zogen daraufhin ihre Berufung zurück.

Nachdem er bereits die Jubiläums-taz zu deren 25. Geburtstag als „Chefredakteur für einen Tag“ betreut hatte, wurde er im Mai 2009 Mitglied der taz-Genossenschaft.

siehe auch: Friede sei mit Dir

Zapp 

Das NDR-Medienmagazin Zapp berichtete im Februar 2008 über die Unterstützung von Ole von Beust während des Hamburger Wahlkampfs 2008 durch die Bild. Das Magazin wies unter anderem darauf hin, dass von Beust in der Bild-Zeitung fast doppelt so häufig Erwähnung fand wie sein sozialdemokratischer Herausforderer Michael Naumann. Hierzu formulierte das Medienmagazin:

„[…] Bild-Chef Kai Diekmann sorgte schon im letzten Wahlkampf [2004] dafür, dass sein Blatt für Ole von Beust trommelte.“

Diekmann ging gegen diese Aussage wiederholt gerichtlich vor und unterlag dabei sowohl in erster als auch in zweiter Instanz. Nachdem das Oberlandesgericht keine Revision zuließ, beschloss er im Rahmen einer Nichtzulassungsbeschwerde weiter dagegen vorzugehen.

Der Postillon 

Da der Chefredakteur des Satireblogs Der Postillon, Stefan Sichermann, als Parodie für sein Twitter-Profil ein Bild von Kai Diekmann benutzte, wurde er von Diekmanns Anwalt trotz der Urheberrechtsfreiheit des Bildes mit einem Streitwert von 7500 Euro abgemahnt. Sichermann musste die von seinem Anwalt auf einen niedrigen dreistelligen Beitrag verhandelte Summe zahlen.

 

www.wikipedia.de

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Kommentar der NZZ, Neue Züricher Zeitung, nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten Christian Wulff:

www.nzz.ch

"18. Februar 2012

Zur Strecke gebracht

Im Fall Wulf tauchen die wirklich heiklen Fragen erst jetzt auf – Ein Kommentar

Der Fall Wulff ist ein unrühmliches Kapitel politischer und medialer Auseinandersetzung in Deutschland. Die wirklich heiklen Fragen tauchen erst jetzt auf. Ein Trost ist immerhin, dass die Selbstgerechtigkeit der Saubermänner bei der Bevölkerung mit sichtlicher Zurückhaltung quittiert wird.

Von Jürg Dedial

Andere führen Krieg und rotten ganze Völker aus. Deutschland hingegen leistet sich den Luxus, sich über der Harmlosigkeit seines Staatsoberhauptes wochenlang selbst zu lähmen. Während draussen in der Welt Millionen um ihr Überleben kämpfen, ihr soziales Gefüge zerbrechen sehen und Seuchen, Wirbelstürme und Schlächtereien zu erdulden haben, ergehen sich die politische Klasse und die Medien in unserem Nachbarland in eitlen Balzritualen und Empörungsexerzitien in einem Fall, der an Trivialität und Biederkeit fast nicht mehr zu überbieten ist. Wer dieses Getöse und Gezeter nun monatelang zu ertragen hatte, kann nur sagen: Gott erbarm Dich unser und lass uns gründlich darüber nachdenken, was wir der Welt für ein Schmierenstück geliefert haben. Christian Wulff, der ungelenke und glücklose Bundespräsident, ist zur Strecke gebracht worden. Damit kann man leben. Aber es wäre eine Schande, würde dieses würdelose Stück Zeitgeschichte nun mit einem «Geschafft!» zu den Akten gelegt. Jetzt gilt es erst recht, über einiges nachzudenken.

Wenn die Meute Blut geleckt hat

Schon lange hatte der Fall des deutschen Bundespräsidenten eine Eigendynamik angenommen, die mit inhaltlichen Fragen nichts mehr zu tun hatte. Letztlich ging es doch bloss um Ungeschicklichkeiten einer in der Sache überforderten Figur, hinter die man vielleicht moralische Fragezeichen setzen konnte. Persönliche Schwächen und fehlendes Fingerspitzengefühl des Bundespräsidenten mochten stören, aber die Massstäbe der Reinlichkeit und der politischen Tugend, die man an den bedrängten Amtsinhaber anlegte, hatten bald nichts mehr mit den Verhaltensnormen zu tun, die sich die deutsche Real-Gesellschaft selbst gewährte.

Hinter dem fast täglichen Theater um neue «Enthüllungen», die man kaum mehr goutieren konnte, steckte nichts anderes als der Furor einer selbstgerechten Meute, die Blut geleckt hatte. Man wollte das Opfer, auf welches man Anspruch erhob, um jeden Preis – ein fast hormoneller Mechanismus, wie ihn zur gleichen Zeit ja auch der bedauernswerte und ebenfalls glücklos agierende Oberbürgermeister von Duisburg, Sauerland, zu spüren bekam. Nur weg, war die Devise; was danach käme, interessierte nicht. Die Jagd war das Ziel der Dutzenden von Inszenierungen in diesem deutschen Drama, nach welchem man sich jetzt erschöpft zurücklehnt. Da fragt sich höchstens, ob das Amt des Staatsoberhaupts wirklich durch den Inhaber Schaden genommen hat oder nicht eher durch jene, welche ihm eine Vorbildfunktion andichteten, die es nie gehabt hat. Oder natürlich durch jene, die gar nicht Wulff beschädigen wollten, sondern dessen Mentorin, die Bundeskanzlerin höchstselbst. Interessanterweise war bis jetzt keiner der Heuchler bereit, dies zuzugeben. Ihr taktisches Schweigen hat nichts mit Anstand zu tun.

Beispiele gefällig? Wie oft hat man gehört, Wulff habe die Macht des Wortes, die ihm zu Gebote stehe und die die Würde des Amtes ausmache, nicht genutzt. Wer aber hat sich denn die Reden, die er gehalten hat, einmal angehört oder sie wenigstens nachgelesen? Waren sie wirklich so nichtssagend und bedeutungslos? Und wer vergleicht sie mit dem, was seine Vorgänger zu sagen hatten? Wenn behauptet wird, Wulff habe das Amt in singulärer Weise beschädigt, wie gross wäre denn heute die Empörung, wenn das Staatsoberhaupt Heinrich Lübke oder Karl Carstens oder auch Johannes Rau hiesse? Sie alle hatten Schatten über ihrem Amt, und selbst der für seine Reden zu Recht vielgerühmte Richard von Weizsäcker müsste heute wohl gewärtigen, dass ihn die Meute der Selbstgerechten über seine frühen Jahre richten würde, in denen er als junger Jurist seinen tief in die Hitlersche Gewaltherrschaft verstrickten Vater verteidigte. Wenn Enthüllungswut zum Selbstzweck wird, schützen keine Verdienste mehr.

Moral als unteilbares Gut

Kein Gegenstand ist zu trivial, kein Argument zu fadenscheinig, als dass die Gegner Wulffs sie nicht ausgewalzt hätten. So überrascht auch nicht, dass niemand sich heute der wirklich grossen Affären in der deutschen Nachkriegsgeschichte erinnern will, all der Amigo-Betrügereien in Bayern, der Parteispenden-Millionenskandale, der Fahrten und Flüge und tausend andern Gefälligkeiten, die – wenn man dieselben ethischen Standards anwenden würde – zur Entlassung der halben politischen Elite in Deutschland führen müssten. Und vielleicht könnten jetzt die Moralbuddhas der Medien nach geschlagener Schlacht auch einmal mit ähnlichem Drang darlegen, wie sie sich selbst vom Lockstoff all der Verlockungen und Verführungen betören lassen, denen sie als Journalisten nur allzu oft unterliegen – von Einladungen der tollsten Sorte, Reisen und Rabatten in einem Ausmass, das bei fast allen andern Erwerbszweigen die Schamröte hochtriebe. Wer derart exponiert im Glashaus der Tugend sitzt, sollte sehr vorsichtig mit Anschuldigungen umgehen. Eigenartig, wie viele Augen da plötzlich blind sind.

Der Fall Wulff ist ein unrühmliches Kapitel politischer und medialer Auseinandersetzung in Deutschland. Ein Trost ist immerhin, dass die Selbstgerechtigkeit der Saubermänner bei der Bevölkerung mit sichtlicher Zurückhaltung quittiert wird. Man spürt in den Niederungen des glanzlosen Alltags wohl eher, wo die Grenze zwischen echten und bloss angeblichen Missständen liegt. Und man fühlt auch, dass mit moralischen Ansprüchen nicht gespielt werden sollte."

 

www.nzz.ch



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